Die medizinische Trainingslehre wird definiert als die theoretische Grundlage für die zufrieden stellende leistungsmedizinische Beratung von Gesunden und Kranken, vergleichbar in etwa mit der Arzneimittellehre für die internistische Beratung. Sie befasst sich mit den Regeln, nach denen die körperliche Leistungsfähigkeit durch Training verbessert werden kann, indem die Morphologie und Funktion von Organsystemen gezielt verändert wird. Grundlage der medizinischen Trainingslehre ist die exakte Kenntnis der Wirkungen einzelner Trainingsformen und die Kenntnis einer Dosis - Wirkungsbeziehung zwischen Training und Trainingseffekt.
Es werden fünf motorische Grundeigenschaften genannt: Ausdauer, Kraft, Koordination, Flexibilität und Schnelligkeit. Weiters wird darauf hingewiesen, das im wesentlichen nur Ausdauer und Kraft Gegenstand der medizinischen Trainingslehre sind. Diese beruhen auf der Morphologie und Funktion von Organsystemen und können durch Training verändert werden.
Ausdauer wird definiert als die Fähigkeit, durch Muskeltätigkeit verbrauchtes ATP zu resynthetisieren. Nach der Art der Resynthese lassen sich zwei aerobe, extensive und intensive aerobe Ausdauer, und zwei anaerobe Formen, lactazide und alaktazide anaerobe Ausdauer, unterscheiden. Diese vier Ausdauerformen werden biochemisch definiert, ihre Bedeutung für therapeutisches oder präventives Training gewichtet und die Trainingsmethodik exakt beschrieben und begründet.
Kraft wird als die Fähigkeit des Muskels, Spannung zu entwickeln, definiert. Auch die Trainingsmethoden für die Kraft werden exakt beschrieben und physiologisch begründet. Die Bedeutung für therapeutisches und präventives Training wird gewichtet.
Schließlich werden allgemeine Regeln und die spezielle Vorgangsweise zur Sportberatung bei Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko und/oder mit chronischen Erkrankungen vorgestellt.
